005 //  Wettbewerb „Sanierung und Erweiterung Christoph Merian Primarschule“ //  Basel // CH

ort: Basel // CH
projektteam: Evelien Rodemeier, Thomas Rodemeier
zusammenarbeit
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Architektur: psarchitektur // CH
Generalplanung: Drees & Sommer // CH
Statik: Schnetzer Puskas Ingenieure // CH
Brandschutz: AF Brandschutz // CH
Fassadentechnik: PPE Ingenieure // CH
bauherr: Stadt Basel // CH
umfang: 1 500 m2 Neubau + 2 000 m2 Umbau
status: abgeschlossen

 

Situation

Der Planungsperimeter für den Neubau des Wettbewerbs befindet sich im großen Grünraum zwischen dem Christoph Merian Schulhaus und dem Gellert Schulhaus, wo diese zwei „epochal“ unterschiedlichen Architektursprachen aufeinandertreffen: Einerseits Betonsockel, graue vorfabrizierte Beton-Fassadenplatten und Flachdächer, andererseits plastisch ausgebildete weiße Betonrahmen, Sichtmauerwerk und Walmdächer.
Der Planungsperimeter ist der eigentliche Zwischenraum, welcher weder von der einen, noch von der anderen Schulanlage räumlich beansprucht und bespielt wird. Die Nutzung als Sportwiese scheint eher zufällig und ungeplant.
Beide heutigen Schulanlagen werden von der Emanuel Büchel-Straße im Westen erschlossen. Die Eingänge werden jeweils durch vorgelagerte Vorplätzen gekennzeichnet welche in einem regelmäßigen Rhythmus entlang der Nord-Süd Achse vorkommen. In den Zwischenräumen entstehen so zwischen der Straße und den Gebäuden grüne Inseln mit freistehenden Bäumen, welche die Fassaden beschatten. Über die Jahre entwickelten sich auch vom Osten her zusätzliche “informelle” Zugänge, welche von vor allem von den Schülern der Lehenmatt und der Breite benutzt werden.

Konzept

Der Neubau steht in Form eines neutralen Quaders auf der Achse zwischen dem Gellert- und Christoph Merian Schulhaus. Das neue Gebäude führt das aus dem Gellert stammende Konzept der “Perlenkette” aus Volumen und Verbindungsgängen fort. So entsteht eine Art „Enfilade“ welche über den Neubau die bestehenden Schulanlagen Gellert und Christoph Merian verbindet.
Der Körper selber wird in Nord-Süd und West-Ost Richtung durchdrungen. Im Schnittpunkt der Durchdringung befindet sich das Foyer und die Erschließung für das Obergeschoss. In West-Ost Richtung durchdringt ein walmdachförmiges Volumen den Baukörper und öffnet die Sichtachse Straße-Foyer-Aula-Sportwiese. Weiter werden aus dem Körper Räume gehöhlt, welche sich im EG als Fahrradräume und im Obergeschoss als begehbare Lichthöfe abzeichnen.

Programm

Im Obergschoss befinden sich die Schulleitung, die Lehrerzimmer und die Bibliothek. Die introvertierte Ausrichtung der Räume auf die Lichthöfe schafft eine ruhige Atmosphäre und den vielleicht manchmal benötigten Abstand zum Geschehen des hektischen Schulalltags. Der große „Paradies Gartenraum“ dient den Lehrern als Pausen- und Aufenthaltsraum im Freien. Es entsteht ein ungezwungener Begegnungsraum zwischen Lehrern und Schulleitung.

Materialität

Die Materialität des Gebäudes orientiert sich an am Sichtmauerwerk des Gellertschulhauses einerseits und anderseits am Zement der Fassadenbekleidung des Christoph Merian Schulhauses. Sämtliche Ausschürfungen und Durchdringungen zeichnen sich als scharfe Öffnung in der Fassadenschale ab. Hinter der Fassade liegende, thermisch entkoppelte Nutzungen hingegen erhalten durch einen teilweise offenen Mauerwerksverband gefiltertes Licht. Die direkte Belichtung dieser Räume erfolgt über die Innenhöfe.

Umgang mit dem Bestand

Das bestehende Christoph Merian Schulhaus soll im Sinne des „Weiterbauens“ mit seiner klaren Schottenstruktur und deren Ablesbarkeit in der Fassade ergänzt werden. Hierbei soll die strenge Südausrichtung durch eine Öffnung auch nach Norden hin zur Sportmatte ergänzt und das Gebäude insgesamt durchlässiger gemacht werden.
Der alte Fassadenaufbaus wird weitestgehend erhalten. Das gesamte Volumen wird mit einer einheitlichen, selbstragenden und vorfabrizierten Fassadeschicht überstülpt.

Nachhaltigkeit, Energie und Ökologie

Das Projekt soll im Sinne der Nachhaltigkeit innovativ sein und speziell im energetischen Bereich Vorzeigecharakter aufweisen. Der gesamte Lebenszyklus des Gebäudes, von der Erstellung, über den Betrieb bis zur Entsorgung ist hinsichtlich eines minimalen Energiebedarfs optimiert.
Die Betriebsenergie und graue Energie wird möglichst tief gehalten und kann durch einen möglichst hohen Anteil erneuerbarer Energien und einen ökologischen Baustandard weitestgehend kompensiert/reduziert werden.